
"Defence Unicorn": Britisches Rüstungs-Start-up Kraken erreicht Milliardenbewertung

Das britische Start-up Kraken Technology Group, gegründet vom ehemaligen Rennbootfahrer Mal Crease, hat Investitionen in Höhe von 175 Millionen US-Dollar eingeworben und wird nun mit mehr als einer Milliarde US-Dollar bewertet. Damit gilt das Unternehmen als neues "Defence Unicorn" (Rüstungs-Einhorn), berichtet Bloomberg.
An der Spitze der Investoren stand der deutsche Investmentfonds DTCP. Ebenfalls beteiligt waren der NATO Innovation Fund (NIF) sowie der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall. Die im Jahr 2021 gegründete Kraken Technology Group entwickelt und produziert unbemannte Wasserfahrzeuge, die auch elektronische Ausrüstung sowie luftgestützte Drohnen transportieren können.

Nach Angaben von Gründer Mal Crease hat Kraken bereits mehr als 200 unbemannte Boote produziert und ausgeliefert. Künftig soll die Produktionskapazität auf bis zu 1.000 Einheiten jährlich steigen. Das Unternehmen verfügt über mehr als 13 Verträge mit Auftraggebern in Großbritannien, Europa und den USA. Im März 2026 schloss die britische Marine einen Vertrag über den Kauf von 20 unbemannten Booten von Kraken im Wert von 12,3 Millionen Pfund Sterling, umgerechnet rund 14,4 Millionen Euro. Crease erklärte gegenüber Bloomberg, der Wettbewerbsvorteil seines Unternehmens liege darin, modulare Boote schneller und kostengünstiger herstellen zu können als klassische Werften der Rüstungsindustrie.
Die Investitionen in Kraken erfolgen vor dem Hintergrund der Bemühungen europäischer Staaten, ihre Seestreitkräfte zu modernisieren, schreibt Bloomberg. Zuvor hatte das britische Verteidigungsministerium angekündigt, den Schwerpunkt von großen und kostspieligen militärischen Plattformen auf den massenhaften Einsatz von Drohnen und autonomen Systemen zu verlagern sowie auf beschleunigte Innovationszyklen im militärischen Bereich zu setzen.
Der Kreml hat wiederholt auf die zunehmende Militarisierung Europas hingewiesen. Russlands Präsident Wladimir Putin erklärte, dass Russland auf die Militarisierung der europäischen Staaten reagieren werde und daran niemand Zweifel haben solle.
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