Russische Botschaft in Großbritannien bestätigt: London sucht militärische Kontakte zu Moskau

Die russische Botschaft in London hat einen Bericht der Times bestätigt, wonach die britische Regierung militärische Kontakte zu Moskau wiederaufnehmen will. Die Nachrichtenagentur TASS zitierte aus einem entsprechenden Kommentar der diplomatischen Vertretung Russlands, dass die britische Seite zwar tatsächlich ab und zu diesbezügliche Signale schicke. London unternehme aber keine praktischen Schritte. Die russische Seite betonte dabei in der Erklärung, dass der Urheber des Kontaktabbruchs gerade Großbritannien sei.
"Im Mai 2024 wiesen die Behörden des Vereinigten Königreichs unter einem erfundenen Vorwand den russischen Militärattaché aus, was den traditionellen Kommunikationskanal zwischen den beiden Verteidigungsministerien zerstörte."
Daher müsse Großbritannien den ersten Schritt tun, wenn es in der Tat Kontakte zu Russland wiederaufnehmen wolle, resümierte die russische Botschaft in London.
UK defence officials are under pressure to reopen direct military communication with Russia after years without contact between the two countries’ military chiefs.
— Clash Report (@clashreport) August 12, 2026
Officials warn that recent encounters at sea and in the air could lead to misunderstandings and unintended… pic.twitter.com/O9TL1JASeh
Zuvor hatte die Times unter Berufung auf eigene Quellen berichtet, dass ranghohe britische Beamte und Diplomaten sich Sorgen wegen der fehlenden Verständigung mit Russland machten und deswegen eine größere Eskalation befürchteten. Der ehemalige britische Militärattaché in Moskau und Kiew, John Foreman, riet im Gespräch mit dem Blatt dem Verteidigungsminister Wes Streeting und dem Chef des Verteidigungsstabs Richard Knighton, militärische Beziehungen zu Russland wiederherzustellen. Foreman argumentierte seine Empfehlung folgenderweise:
"Ohne direkten Kontakt besteht das Risiko einer unerwünschten Eskalation. Ein ernsthaftes Missverständnis kann letztendlich zum Sterben von Menschen führen. Um irgendeinen Fortschritt im Verhältnis zu den Russen zu erzielen, muss man von Angesicht zu Angesicht reden."
Nach Times-Angaben hatte es zuletzt vor knapp vier Jahren einen Kontakt zwischen den Generalstabschefs der beiden Länder gegeben. Im September 2022 sprach Waleri Gerassimow mit seinem damaligen britischen Kollegen Antony Radakin. Alle späteren Versuche, mit dem russischen Generalstabschef zu telefonieren, waren erfolglos: Die russische Seite entschuldigte sich damit, dass der russische General "zu sehr beschäftigt" sei. Auch Knighton versuchte nach dem Amtsantritt als Chef des Verteidigungsstabs, mit Gerassimow zu sprechen. Dieser nahm aber den Hörer nicht ab.
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