Nahost

Liveticker Iran-Krieg – Sumud-Flotille wieder auf dem Weg nach Gaza

Der Nahostkonflikt hat eine neue Stufe der Eskalation erreicht, seit die USA und Israel einen Angriffskrieg gegen Iran begonnen haben. Iran reagiert auf die Angriffe mit Raketenangriffen auf US-Militärbasen in der Region und auf Israel. Wir berichten über die aktuellen Entwicklungen.
Liveticker Iran-Krieg – Sumud-Flotille wieder auf dem Weg nach Gaza© aus sozialen Medien

  • 29.04.2026 22:40 Uhr

    22:40 Uhr

    Gaza-Flotille von israelischer Marine abgefangen

    Die Entfernung bis zur Küste von Gaza beträgt noch hunderte Kilometer, aber das israelische Militär hat wohl schon zugeschlagen: auf X meldet die Sumud-Flotilla, Schnellboote, die sich als israelische bezeichnen, hätten sie abgefangen und wären jetzt dabei, ihre Schiffe zu entern

    Die Kommunikation wäre blockiert, sie hätten SOS gesendet...

    Es handelt sich abermals um einen Überfall in internationalen Gewässern, wie im vergangenen Jahr.

    Aktuell läuft noch ein Livestream von der Flotille.

  • 21:45 Uhr

    Trump: "Iran muss nur sagen: 'Wir geben auf'"

    US-Präsident Donald Trump hält weiter an seiner Erwartung fest, Iran zum Aufgeben zu zwingen. Nachdem es hieß, neue Vorschläge seien unterwegs, erklärte er gegenüber CNN im Oval Office: "Die Frage ist, ob sie weit genug gehen oder nicht. Es wird nie einen Deal geben, bis sie zustimmen, dass es keine nuklearen Waffen geben wird."

    Allerdings hatte er zuvor zu dem Gespräch, das er mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin geführt hatte, gesagt: "Er sagte mir, er würde gerne an der Anreicherung beteiligt sein. Er kann uns helfen, es zu bekommen."

    Der russische Vorschlag, das angereicherte Uran für Iran aufzubewahren, existiert schon lange. Ähnliche Vorschläge hatte Russland bereits in den Verhandlungen für den Gemeinsamen umfassenden Aktionsplan (JCPOA) gemacht, aus dem Trump in seiner ersten Amtszeit ausgestiegen war.

    Unabhängig davon gibt es Indizien, dass weiterhin Gespräche im Hintergrund laufen – sechs iranische Seeleute, die an Bord des am 20. April von den USA geenterten Containerschiffs waren, sind inzwischen nach Iran zurückgekehrt. Weitere 22 Besatzungsmitglieder befinden sich noch in der Gewalt der US-Amerikaner.

  • 20:30 Uhr

    Internationale Flottille für Gaza umfasst jetzt 58 Schiffe

    Am Dienstagnachmittag befanden sie sich etwa 330 Kilometer östlich von Sizilien, die mittlerweile 58 Schiffe umfassende zweite Global Sumud Flotilla. Anfang des Monats waren aus Barcelona etwa 30 Schiffe aufgebrochen, der Rest hatte sich in Sizilien angeschlossen.

    Das ist der zweite Versuch, Gaza mit einer solchen Flottille zu erreichen. Die Erste war im vergangenen Jahr mit etwa 40 Schiffen und Booten Dutzende Kilometer von der Küste von Gaza entfernt von der israelischen Marine aufgebracht worden ‬‒ rund 450 Teilnehmer wurden festgenommen und anschließend abgeschoben.

    Israel blockiert die Seezugänge nach Gaza seit Jahrzehnten. Trotz der Waffenruhe, die eigentlich in Gaza herrschen sollte, bestätigen internationale Hilfsorganisationen nach wie vor, dass zu wenig Hilfsgüter in die Enklave gelassen werden und Mangel herrscht. Mittlerweile leiden die Menschen, die zwischen den zerbombten Städten in Zelten hausen müssen, nicht nur unter Hunger, sondern auch noch unter Ratten und Flöhen. Die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" erklärte jüngst, die Lebensbedingungen in Gaza seien weiterhin "katastrophal", und warf Israel vor, den Zugang zu Trinkwasser als Waffe zu nutzen.

    Inzwischen ist die Flottille nahe genug, dass der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu seine Aussage in seinem Korruptionsverfahren unterbrochen hat, um sich mit dem Sicherheitsrat deswegen zu treffen (wobei es natürlich sein kann, dass Netanjahu das nur als Ausrede nutzte). Aktuell befinden sich die Schiffe zwischen dem Peloponnes und Kreta.

    Einen kleinen Erfolg konnte die Flottille aber bereits erringen – sie stieß auf ein Frachtschiff, das unterwegs nach Israel war, vermutlich mit Artilleriemunition beladen. Sie drängte es vom Kurs ab.

    "Sie fahren Richtung besetztes Palästina und tragen Werkzeuge für Tod und Zerstörung."

  • 19:50 Uhr

    Schwedens Premierminister: USA haben keine "schlüssige Strategie"

    In einem Gespräch mit SverigeRadio erklärte Ulf Kristersson, der schwedische Premierminister, man frage sich, ob hinter der US-Kriegsführung in Iran eine Strategie stecke.

    "Es gab vermutlich eine große Übereinstimmung, dass die Atomwaffen Irans eliminiert werden müssen. Jetzt ist es schwer zu sehen, wie es enden soll", meinte er.

    "Jetzt gerade kämpfe ich damit, dahinter irgendeine schlüssige Strategie zu sehen."

    Damit ist Kristersson nach Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Bundeskanzler Friedrich Merz der dritte europäische Staatsmann, der die US-Strategie in Zweifel zieht. Auf die entsprechenden Äußerungen von Merz, die USA hätten keine Exit-Strategie, hatte Trump mit einer Nachricht auf Truth Social geantwortet, in der er schrieb: "Kein Wunder, dass es Deutschland so schlecht geht, sowohl wirtschaftlich als auch sonst!"

  • 19:20 Uhr

    25 Milliarden und eine Blockade, die nicht siegt

    US-Präsident Donald Trump hat die iranische Forderung zurückgewiesen, erst die US-Blockade aufzuheben, ehe über irgendetwas anderes verhandelt wird. Gleichzeitig erklärte er in einem Interview für Axios:

    "Die Blockade ist etwas effektiver, als zu bombardieren. Sie ersticken wie ein gestopftes Schwein, und das wird noch schlimmer für sie."

    Auf Fragen nach militärischen Plänen antwortete er in diesem Interview nicht. Allerdings hatte am Montag der ehemalige CIA-Mitarbeiter Larry Johnson berichtet, die zwei für die Iran-Kampagne zuständigen Mitarbeiter des CENTCOM-Kommandeurs für die Navy und die Luftwaffe hätten diesem erklärt, ihre jeweiligen Truppenteile könnten keine sinnvollen Angriffe mehr durchführen.

    Währenddessen beginnt im US-Kongress die ernsthafte politische Auseinandersetzung um den Iran-Krieg ‬‒ schließlich laufen die 60 Tage, die ein Präsident ohne Zustimmung des Kongresses Krieg führen darf, am Freitag ab. Im Streitkräfteausschuss machte sich ein demokratischer Abgeordneter bei einer Befragung von Verteidigungsminister Pete Hegseth über die Blockade lustig. "Nennen Sie es einen Sieg, wenn Iran die Straße von Hormus schließt?", meinte Seth Moulton. Und dann erinnerte er an die britische Blockade von Washington im Jahr 1812, als das britische Militär einen Teil der Stadt niederbrannte, und spottete: "Das ist, als hätte Präsident Madison gesagt: 'Nun, die Briten haben gerade Washington niedergebrannt, aber macht euch keine Sorgen, wir werden es auch niederbrennen.'"

    Im selben Ausschuss wollte man auch wissen, wie viel dieser Krieg bisher gekostet hat. Etwa 25 Milliarden US-Dollar, war die Antwort von Jules Hurst, dem Finanzverantwortlichen des Pentagon. Das meiste davon sei auf Munition entfallen.

    Allerdings zweifelten die Abgeordneten an dieser Summe. Und der Demokrat Ro Khanna fragte Verteidigungsminister Hegseth noch, wie viel denn der Angriff auf die Grundschule in Iran die US-Steuerzahler gekostet habe.

  • 18:50 Uhr

    Iran könnte "auf andere Art" auf die "Seeräuberei" der USA antworten

    In einem Interview mit Press TV äußerte eine anonyme "hochrangige Sicherheitsquelle", die Geduld Irans habe Grenzen, und wenn Washington seine illegale Blockade vor der Straße von Hormus weiterbetreibe, sei eine strafende Antwort erforderlich.

    Bisher hätten sich die Streitkräfte zurückgehalten, um der Diplomatie eine Chance zu geben. Die Pause sei "gemeint, um Präsident Donald Trump eine Gelegenheit zu geben, die Vereinigten Staaten aus dem Sumpf zu ziehen, in dem sie sich gerade befinden".

    Würden die USA weiterhin die Bedingungen Irans zurückweisen, dann sollten sie "bald eine andere Art von Antwort auf die fortgesetzte Schiffsblockade erwarten, die der Seeräuberei gleicht". Die Militärführung erachte eine entschiedene Reaktion für erforderlich.

    In den letzten Wochen gab es wiederholt von verschiedenen iranischen Stimmen die Aussage, es gebe immer noch eine Reihe von Waffen, die Iran bisher nicht eingesetzt habe. Die Entfernung zu den Schiffen der US-Blockade ist groß genug, dass sie mit den derzeit bekannten Mitteln nicht verlässlich erreicht werden können.

    Die Absicht von US-Präsident Donald Trump, die Seeblockade unbegrenzt fortzusetzen, beinhaltet also auf jeden Fall das Risiko, dass die Waffenruhe beendet wird.

  • 18:01 Uhr

    Welternährungsprogramm: Fast eine Million wird im Sommer im Libanon hungern

    Beinahe eine Million Einwohner des Libanon wurden durch die israelischen Angriffe seit März aus ihren Wohnorten vertrieben. Jetzt hat das Welternährungsprogramm für den Libanon den Notstand erklärt. Bis August, so die UN-Organisation, würden mindestens 135 Millionen US-Dollar benötigt, um die Vertriebenen versorgen zu können. Insgesamt seien 1,2 Millionen Menschen vom Hunger bedroht.

    Bisher wurden bereits mehr als 440.000 Betroffene erreicht, und 80.000 Libanesen in Notunterkünften werden täglich mit Nahrung versorgt. Aber immer noch werden weitere Einwohner aus dem Süden des Libanon vertrieben, und nach wie vor leben syrische Flüchtlinge im Land.

    Bereits vor dem israelischen Angriff wurde die Zahl der Menschen, die im Libanon unter Nahrungsmittelunsicherheit leiden, auf 874.000 geschätzt.

  • 15:00 Uhr

    Iranische Währung fällt auf Rekordtief – angespanntes Umfeld durch US-Blockade

    Die iranische Währung hat gegenüber dem US-Dollar ein Rekordtief erreicht und wird laut iranischen Medien bei rund 1,8 Millionen Rial pro Dollar gehandelt.

    Allein in den vergangenen zwei Tagen stieg der Dollarkurs um mehr als 23.000 Toman, berichtete die Nachrichtenagentur ISNA. Dabei entspricht ein Toman zehn Rial.

    Die Abwertung erfolgt vor dem Hintergrund eines fragilen Waffenstillstands mit den USA und Israel sowie einer US-Seeblockade iranischer Häfen, die den Ölhandel einschränkt.

    Die iranische Wirtschaft war bereits vor dem Konflikt stark geschwächt: Das Pro-Kopf-Einkommen sank von rund 8.000 US-Dollar im Jahr 2012 auf etwa 5.000 US-Dollar im Jahr 2024 – belastet durch Inflation, Korruption und Sanktionen.

    Die Aussichten verschlechtern sich weiter. Laut dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) könnten infolge des Konflikts bis zu 4,1 Millionen zusätzliche Menschen in Armut geraten.

  • 14:32 Uhr

    Iran-Krieg treibt Inflation auf 2,9 Prozent

    Die stark gestiegenen Ölpreise infolge des Iran-Kriegs treiben die Inflation in Deutschland weiter nach oben. Im April lagen die Verbraucherpreise 2,9 Prozent über dem Vorjahr, nach 2,7 Prozent im März und 1,9 Prozent im Februar, wie das Statistische Bundesamt in einer ersten Schätzung mitteilte.

    Das ist der höchste Stand seit Anfang 2024. Ökonomen hatten im Schnitt mit 3,0 Prozent gerechnet. Gegenüber März stiegen die Preise um 0,6 Prozent.

    Haupttreiber sind die Energiepreise, die Produktion und Transport verteuern. Experten erwarten, dass sich der Druck bald auch auf Lebensmittel und Dienstleistungen ausweitet. "Im April ist die Inflation nur wegen höherer Energiepreise gestiegen", sagte Commerzbank-Ökonom Jörg Krämer.

    Auch andere Ökonomen sehen bislang vor allem Energie als Preistreiber: So verteuerten sich etwa Diesel um 36,1 Prozent, Benzin um 18,8 Prozent und Heizöl um 27,3 Prozent. Eine breitere Weitergabe der Kosten zeichnet sich aber bereits ab.

    Der Ende Februar ausgebrochene Krieg der USA und Israels gegen Iran hat die Öl- und Gaspreise deutlich steigen lassen. Grund ist vor allem die blockierte Straße von Hormus, durch die normalerweise rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels läuft.

    Da der Schiffsverkehr in der strategisch wichtigen Meerenge derzeit stark eingeschränkt ist, kommt es zu Engpässen beim Angebot. Diese Verknappung treibt die Weltmarktpreise für Energie spürbar nach oben.

  • 14:00 Uhr

    Ölpreise ziehen an – Trump verschärft Ton gegenüber Iran

    Der Ölpreis hat am Mittwoch nach einem verhaltenen Handelsstart deutlich zugelegt. Angesichts neuer Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen Iran stieg der Preis für ein Barrel (159 Liter) Öl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni um 2,95 Prozent auf 114,54 US-Dollar. Damit erreichte der Ölpreis das Niveau von Ende März.

    US-Präsident Trump zeigte sich laut einem Bericht des Wall Street Journal unzufrieden mit dem jüngsten Vorschlag Teherans zur Beendigung des Krieges und wies seine Berater an, sich auf eine längere Blockade Irans vorzubereiten.

    Trump hat am Mittwoch den Druck auf Teheran erhöht, zu einer Verhandlungslösung mit den USA zu kommen. In einem Post auf seiner Plattform Truth Social schrieb er:

    "Iran bekommt es nicht auf die Reihe. Sie wissen nicht, wie man einen Anti-Atomwaffen-Deal abschließt. Sie sollten sich lieber bald schlau machen!"

    Die US-Aktienfutures entwickelten sich zugleich uneinheitlich und deuten auf einen vorsichtigen Handelsauftakt an der Wall Street hin. Anleger warten auf eine Reihe von Quartalszahlen großer Technologiekonzerne sowie auf die geldpolitische Entscheidung der US-Notenbank, die voraussichtlich die letzte Sitzung unter Fed-Chef Jerome Powell sein wird.

    Amazon, Alphabet, Meta und Microsoft legen ihre Ergebnisse nach Börsenschluss vor.

    Investoren gehen derzeit davon aus, dass die Fed die Zinsen unverändert lässt, bis mehr Klarheit darüber besteht, in welchem Ausmaß sich der Iran-Krieg auf die Verbraucherpreise auswirkt.

    Die steigenden Ölpreise belasteten unterdessen die europäischen Aktienmärkte, die im Tagesverlauf überwiegend im Minus notierten.

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