
Exporteinbruch um bis zu 67 Prozent: Naher Osten fällt als Markt aus

Der Iran-Krieg hinterlässt deutliche Spuren in der deutschen Exportstatistik. Seit dem Beginn der US-amerikanischen und israelischen Militäroperationen gegen Iran am 28. Februar sind die deutschen Ausfuhren in die gesamte Region drastisch zurückgegangen – und das in einem Ausmaß, das Wirtschaftsverbände alarmiert.
Einbruch auf breiter Front
Wie die Nachrichtenagentur Reuters auf Basis erster Daten des Statistischen Bundesamtes ausgewertet hat, sanken die deutschen Lieferungen nach Iran im März um 67 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat auf knapp 25 Millionen Euro. Doch nicht nur das direkte Kriegsland ist betroffen: Die Exporte nach Katar gaben um fast 60 Prozent auf rund 54 Millionen Euro nach, die in den Irak sanken um 55 Prozent auf 58 Millionen Euro. Auch die Exporte nach Bahrain und Kuwait brachen in ähnlicher Größenordnung ein. Selbst stabilere Märkte wie Saudi-Arabien (-13 Prozent) und die Vereinigten Arabischen Emirate (-38 Prozent) blieben nicht verschont.
Insgesamt summierten sich die deutschen Ausfuhren in die acht genannten Länder im März auf knapp 1,5 Milliarden Euro – das waren rund 757 Millionen Euro weniger als im Vorjahresmonat, wie aus der Reuters-Auswertung hervorgeht.

Trend bereits vor Kriegsbeginn erkennbar
Das Handelsblatt berichtet unter Berufung auf das Statistische Bundesamt, dass der Rückgang im Iran-Geschäft keine kriegsbedingte Überraschung war, sondern sich bereits länger abzeichnete: Im Gesamtjahr 2025 waren die deutschen Ausfuhren nach Iran um 24,5 Prozent auf 961,6 Millionen Euro gesunken – im Vergleich zu 2018, vor der Wiedereinführung umfassender US-Sanktionen, betrug der Rückgang sogar 64,3 Prozent. Schon in den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres, also noch vor Kriegsausbruch, waren die Iran-Exporte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 48,5 Prozent eingebrochen.
Wirtschaft warnt vor anhaltenden Folgen
Die Aussichten auf eine schnelle Verbesserung der Lage sind indes trüb. Peter Schmitz, Experte der bundeseigenen Fördergesellschaft Germany Trade & Invest (GTAI), sieht zwar die Öffnung der Straße von Hormus als Schlüssel zur Verbesserung der Lage, glaubt aber nicht an eine Erholung über Nacht:
"Sollte der Seeweg wieder voll nutzbar sein, dürfte der Handel wieder zunehmen. [...] Eine vollständige Erholung wird aber alleine aus logistischen Gründen Wochen benötigen."
Ein Ende der Lieferkettenprobleme durch die Sperrung der Meerenge sei aber nicht in Sicht. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) wegen des Iran-Kriegs mit einer Stagnation der deutschen Exporte statt des zuvor erwarteten Exportwachstums von einem Prozent.
Trotz des regionalen Einbruchs stiegen die deutschen Gesamtexporte im März überraschend um 0,5 Prozent auf 135,8 Milliarden Euro – gestützt vor allem durch eine stärkere Nachfrage aus Europa. Handelspräsident Dirk Jandura warnte jedoch, der Außenhandelsüberschuss von 14,3 Milliarden Euro, der deutlich unter den 19,6 Milliarden Euro vom Februar lag, sei ein Warnsignal: Unternehmen spürten zunehmend die Folgen des Iran-Kriegs in Form steigender Speditionspreise und teurerer Vorprodukte, so der BGA-Präsident laut t-online.
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